Der erster jüdischer Friedhof in Lodz wurde im Jahr 1811 in der ehemaligen Weso³a Strasse gegründet. In den 50-er Jahren des XX Jahrhunderts wurde durch den Friedhof eine Strasse geführt und eine Wohnsiedlung gebaut. Heute erinnert an seine Existenz ein Obelisk, der im Jahr 2004 auf die Initiative des Stadtpräsidenten, Dr. Kropiwnicki, errichtet wurde.

Der Friedhof in der Bracka Strasse in Lodz ist im Jahr 1892 gegründet. Man schätzt, dass etwa 160 000 Personen dort beerdigt sind. Der Friedhof erfasst 39.60 Hektar. Im Laufe der mehr als 100-jähriger Geschichte des Friedhofs haben dort viele, für die Stadt und ihre Entwicklung verdiente Personen, ihre letzte Ruhe gefunden, wie Rabbiner, Unternehmer, Ärzte, Politiker, soziale Fürsorger. Ihre Grüfte stellen oft die Kunstwerke der Steinmetzarbeit und des Schmiedhandwerkes dar.

Hier sind auch die Opfer einer der größten Tragödie in der Geschichte der Menschheit begraben – des Holocaust. Auf dem Teil des Friedhofs genannt „Getto Feld“ befinden sich die Gräber von ca. 43.000 Personen, der Todesopfern von Litzmannstadt Getto, die verhungert und ausgemergelt worden sind. In diesem Teil finden wir nur sehr selten einen Grabstein. Um die Erinnerung an die Verstorbenen wieder herzustellen, hat unsere Stiftung entschieden das ganze Gelände des Getto Feldes zu ordnen. Trotzt der Renovierungen in anderen Friedhofsteilen, gilt die Ordnungsarbeit auf dem Getto Feld für uns als wichtigste und primäre Aufgabe, damit die wenigen, noch lebenden Nachfolger der dort Begrabenen einen Grabstein stiften können und damit dem Getto Feld den Charakter des Kriegsfriedhof geben, was er im Grunde genommen ist.

Gleichzeitig, mit Entgegenkommen und finanzieller Hilfe von Herrn Josef Buchman aus Frankfurt am Main, haben wir eine Databasis der Personen, die auf dem Friedhof beerdigt sind, gegründet. Die gesammelten Daten betreffen bis jetzt ca. 90000 Personen. Wir werden aber in unseren unaufhörlichen Bemühungen die Daten mit neuen Informationen dauernd erweitern. Wenn wir die nötigen finanziellen Mittel bekommen werden, werden wir mit der Inventur und Fotodokumentation der erhaltenen Grabsteinen anfangen, um mit der von ihnen erhaltenen Informationen über Verstorbene unsere Databasis ergänzen zu können.

Die neue Internetseite über den jüdischen Friedhof in Lodz, wird jedem Interesierten erlauben, den Namensverzeichnis der in verschiedenen Friedhofsteilen beerdigten Personen, durchzuschauen. Die detaillierte Information über jeden Beerdigungsplatz, die sich in der Friedhofsdokumentation befindet, wird man im ARCHIV DER JUDEN VON LODZ finden können, das in Zusammenarbeit von der Fundation Monumentum Iudaicum Lodzense und der Jüdischen Gemeinde in Lodz gründet wird. Der Sitz des Archivs wird sich in der Pomorska Strasse 18 befinden.